KI-Bilder in WooCommerce kennzeichnen: der Hinweis an der Produktgalerie
Shop-Systeme · 3. September 2026 · 6 Minuten Lesezeit
Von Deklarium. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
WooCommerce bringt kein Feld für den KI-Hinweis mit, dafür aber die flexibelsten Haken. Drei Wege, den Hinweis unter die Galerie zu bekommen, vom Code-Schnipsel bis ganz ohne Programmierung.

Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der KI-Verordnung. Für WooCommerce heißt das dasselbe wie für jedes Shopsystem: Wo ein Bild fälschlich als echte Aufnahme erscheinen kann, gehört ein sichtbarer Hinweis dazu, spätestens dann, wenn das Bild sichtbar wird.
Der saubere Weg: ein Haken nach der Galerie
WooCommerce stellt für die Produktseite benannte Aktionspunkte bereit. Für unseren Zweck ist `woocommerce_product_thumbnails` der richtige: Er läuft direkt nach der Bildergalerie und vor der Zusammenfassung. Ein kleines Snippet im Child-Theme oder in einem eigenen Plugin hängt dort den Hinweis ein.
Gesteuert wird er über ein eigenes Produktfeld. In WooCommerce heißt das Custom Field oder Produkt-Metadaten. Ein einfaches Ja-Nein-Feld reicht, und Sie können es im Produktbearbeiter setzen wie jede andere Angabe.
Ohne Code: Produkt-Kurzbeschreibung
Die Kurzbeschreibung (`short_description`) steht in fast allen WooCommerce-Themes direkt neben oder unter dem Preis, also oberhalb des Falzes und ohne Klick sichtbar. Damit ist sie die einzige code-freie Variante, die die Anforderung „bei erster Exposition“ erfüllt. Setzen Sie den Hinweis an den Anfang, nicht ans Ende.
Die lange Beschreibung eignet sich nicht. Sie liegt in den meisten Themes in einem Reiter unterhalb der Galerie, oft eingeklappt. Dort ist der Hinweis erst nach einem Klick da, und das ist zu spät.
Der Alt-Text in der Mediathek
WordPress pflegt Alt-Texte zentral pro Datei in der Mediathek. Ergänzen Sie dort „(mit KI erzeugt)“. Als alleinige Maßnahme reicht das nicht, weil sehende Besucher den Alt-Text nie sehen. Als Ergänzung ist er wichtig, sonst bekommen Menschen mit Screenreader die Information gar nicht.
Praktischer Nebeneffekt: Die Mediathek lässt sich durchsuchen. Wer beim Hochladen konsequent einen Vermerk setzt, hat später eine durchsuchbare Liste seiner KI-Bilder, ohne ein weiteres Werkzeug.
Schritt für Schritt
- Entscheiden, ob Sie mit Code arbeiten. Wenn nicht, ist die Kurzbeschreibung Ihr Weg.
- Mit Code: Ja-Nein-Feld am Produkt anlegen und ein Snippet an woocommerce_product_thumbnails hängen.
- Hinweistext festlegen und überall gleich halten. „Mit KI erzeugt“ genügt.
- Alt-Texte der betroffenen Bilder in der Mediathek ergänzen.
- Auf dem Handy prüfen. WooCommerce-Themes ordnen die Produktseite auf schmalen Schirmen oft anders an.
- Festhalten, welches Bild wann und aus welchem Grund gekennzeichnet wurde.
Was bei WooCommerce leicht untergeht
Dieselbe Bilddatei hängt in WordPress oft an mehreren Stellen: Produkt, Kategoriebild, Blogbeitrag, Seiten-Builder. Die Pflicht hängt am Inhalt, nicht an der Seitenart. Ein KI-erzeugtes Model auf einer Landingpage ist derselbe Fall wie auf der Produktseite.
Und Vorsicht bei Bilder-Plugins, die Dateien neu berechnen. Viele Optimierer entfernen Metadaten, und mit ihnen die Herkunftssignatur, an der sich später erkennen ließe, dass ein Bild aus einem Generator stammt. Die Kennzeichnungspflicht bleibt davon unberührt, Ihre Nachweisbarkeit nicht.
Dieser Beitrag ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Welcher WooCommerce-Haken ist der richtige für den Hinweis?
`woocommerce_product_thumbnails` läuft direkt nach der Bildergalerie und ist deshalb die passende Stelle. Er erfüllt beide Anforderungen: am Bild und ohne zusätzlichen Klick sichtbar.
Geht das auch ohne Programmierung?
Ja, über die Kurzbeschreibung. Sie steht in fast allen Themes oberhalb des Falzes. Die lange Beschreibung eignet sich nicht, weil sie meist in einem Reiter unter der Galerie liegt.
Löschen Bild-Optimierer die KI-Kennzeichnung?
Den sichtbaren Hinweis nicht, der steht im Template. Sie löschen aber oft die Metadaten und damit die Herkunftssignatur in der Datei. Für die spätere Nachvollziehbarkeit ist das ein Verlust.
Gilt die Pflicht auch für Bilder außerhalb von Produktseiten?
Ja. Sie hängt am Inhalt, nicht an der Seitenart. Kategoriebilder, Blogbilder und Landingpages fallen genauso darunter.