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C2PA und Content Credentials: woran man ein KI-Bild erkennt

Erkennung und Metadaten · 4. September 2026 · 7 Minuten Lesezeit
Von Deklarium. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Viele Generatoren schreiben eine signierte Herkunftsangabe in die Bilddatei. Was dort genau steht, warum sie so oft verloren geht und warum eine fehlende Signatur nichts beweist.

Übersicht, wann eine C2PA-Herkunftssignatur erhalten bleibt und wann sie verschwindet: beim Zuschneiden, beim Umwandeln, bei der Auslieferung über ein CDN und beim Screenshot geht sie verloren.
Die Signatur überlebt weniger, als man denkt.

Wer einen Katalog mit tausend Bildern hat, kann nicht jedes einzeln aus dem Gedächtnis einordnen. Die Frage ist also, ob sich die Herkunft maschinell feststellen lässt. Teilweise ja, und der Standard dafür heißt C2PA.

Was C2PA ist

C2PA steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity, ein Zusammenschluss aus Technologie- und Medienunternehmen. Der Standard beschreibt, wie Herkunftsangaben kryptografisch signiert in eine Datei geschrieben werden. Unter dem Namen Content Credentials begegnet einem dasselbe in der Benutzeroberfläche mancher Programme.

Der Unterschied zu gewöhnlichen Metadaten ist die Signatur. EXIF-Daten kann jeder schreiben und ändern. Ein C2PA-Manifest ist von einem Aussteller signiert, und eine Prüfung sagt nicht nur, was drinsteht, sondern auch, ob es seitdem verändert wurde.

Was drinsteht

AngabeBeispiel
AusstellerDer Dienst oder das Programm, das die Angabe signiert hat
Art der ErzeugungVollständig erzeugt, bearbeitet, oder aus mehreren Quellen zusammengesetzt
WerkzeugName und Version des verwendeten Modells oder Programms
ZeitpunktWann die Angabe entstanden ist
BearbeitungsschritteOptional: was danach mit der Datei passiert ist

Für die Frage nach Artikel 50 ist vor allem die Art der Erzeugung interessant. Sie unterscheidet zwischen einem Bild, das vollständig aus einem Modell stammt, und einem, das nur bearbeitet wurde.

Warum die Spur so oft fehlt

Hier liegt der Haken, und er ist größer, als die Anbieter es darstellen. Eine C2PA-Angabe überlebt nur, solange die Datei unverändert weitergereicht wird. Verloren geht sie:

  • beim Zuschneiden und Skalieren mit Programmen, die den Standard nicht unterstützen
  • beim Umwandeln in ein anderes Format, etwa von PNG nach WebP
  • beim Hochladen über Dienste, die Bilder neu berechnen, und dazu gehören viele Shop- und Bildoptimierer
  • bei Screenshots, ohnehin

Wer setzt sie überhaupt

Die Verbreitung wächst, auch weil Artikel 50 Absatz 2 die Anbieter von KI-Systemen verpflichtet, ihre Ausgaben maschinenlesbar zu markieren. Große Bildmodelle und einzelne Kamerahersteller unterstützen den Standard inzwischen. Vollständig ist die Abdeckung nicht: Ältere Generatoren haben nie signiert, und offene Modelle, die jemand lokal laufen lässt, tun es meist auch nicht.

Was das für Ihren Shop bedeutet

C2PA nimmt Ihnen den langweiligsten Teil der Arbeit ab, nämlich das Durchsehen von Bildern, bei denen ohnehin nichts zu holen ist. Wo eine Signatur liegt, wissen Sie es ohne Hinsehen. Was es Ihnen nicht abnimmt, ist die Entscheidung: Ob ein Bild einen Hinweis braucht, hängt davon ab, was darauf zu sehen ist, und das beantwortet keine Signatur.

Eine Eigenheit noch, die im Shop-Alltag oft überrascht: Content Delivery Networks rechnen Bilder für die Auslieferung um. Dabei verschwinden Metadaten regelmäßig. Wer die ausgelieferte Datei prüft, kommt deshalb häufig mit leeren Händen zurück, obwohl die ursprünglich hochgeladene Datei die Angabe noch trägt.

Dieser Beitrag ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Beweist eine fehlende C2PA-Signatur, dass ein Bild echt ist?

Nein. Signaturen gehen beim Zuschneiden, Konvertieren und beim Hochladen über viele Dienste verloren, und nicht jeder Generator setzt überhaupt eine. Eine fehlende Signatur sagt nichts.

Worin unterscheidet sich C2PA von EXIF-Daten?

EXIF kann jeder schreiben und ändern. Ein C2PA-Manifest ist kryptografisch signiert, deshalb lässt sich prüfen, ob es nachträglich verändert wurde.

Erfüllt eine C2PA-Signatur meine Kennzeichnungspflicht?

Nein. Sie ist maschinenlesbar und richtet sich an Systeme. Ihre Pflicht als Betreiber ist eine sichtbare Offenlegung für Menschen, am Bild und rechtzeitig.

Warum finde ich in meinen Shop-Bildern keine Signatur?

Weil Content Delivery Networks Bilder für die Auslieferung neu berechnen und dabei Metadaten entfernen. Die ursprünglich hochgeladene Datei kann die Angabe trotzdem noch tragen.