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KI-Bilder bei Amazon: zwischen Kennzeichnungspflicht und Plattformregeln

Shop-Systeme · 5. September 2026 · 6 Minuten Lesezeit
Von Deklarium. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Bei Amazon treffen zwei Regelwerke aufeinander. Die KI-Verordnung verlangt einen Hinweis, Amazons Bildrichtlinien verbieten fast alles, was man dafür ins Bild schreiben würde. Wie man da herauskommt.

Vier Orte bei Amazon mit Bewertung: ein Aufzählungspunkt oben im Listing und ein Zusatzbild mit Hinweistext gehen, ein Aufdruck im Hauptbild und A plus Content weit unten gehen nicht.
Amazons Bildrichtlinien schließen den naheliegenden Weg aus.

Im eigenen Shop ist die Sache technisch einfach: Sie setzen den Hinweis unter die Galerie und sind fertig. Bei Amazon geht das nicht, weil Sie die Seite nicht gestalten. Sie füllen Felder aus, und Amazon entscheidet über die Darstellung.

Der Konflikt

Artikel 50 verlangt eine klare, unterscheidbare Offenlegung, spätestens bei der ersten Exposition. Amazons Bildrichtlinien verlangen beim Hauptbild das genaue Gegenteil: Produkt vor weißem Hintergrund, kein Text, keine Grafiken, keine Wasserzeichen, keine Rahmen. Ein aufgedruckter Hinweis im Hauptbild verstößt gegen die Plattformregeln und kann das Listing kosten.

Was übrig bleibt

Der praktikable Weg führt über die Textfelder, die Amazon vor dem Kauf sichtbar ausspielt.

OrtTaugt der?
Hauptbild mit aufgedrucktem HinweisNein, verstößt gegen die Bildrichtlinien
Zusatzbilder mit HinweisEingeschränkt. Dort ist Text erlaubt, aber niemand muss sie ansehen
Bullet PointsJa. Stehen ohne Klick über dem Falz
Produktbeschreibung, A+ ContentSchwach. Steht weit unten, oft eingeklappt

Am zuverlässigsten ist ein eigener Aufzählungspunkt, sinngemäß: „Produktabbildung teilweise mit KI erzeugt.“ Der steht oben, ist ohne Klick da und verletzt keine Bildrichtlinie. Ergänzend können Sie in ein Zusatzbild einen Hinweis setzen, dort ist Text zulässig.

Die zweite Frage: darf man KI-Bilder überhaupt?

Das ist unabhängig von der Kennzeichnung und wird oft durcheinandergebracht. Amazon verlangt, dass das Hauptbild das tatsächlich gelieferte Produkt zeigt. Ein vollständig erzeugtes Produktbild, das vom echten Artikel abweicht, ist deshalb schon aus Plattformsicht ein Problem, ganz ohne KI-Verordnung.

Für Lifestyle- und Zusatzbilder ist der Spielraum größer. Aber auch dort gilt: Wenn ein erzeugtes Bild eine Eigenschaft verspricht, die das Produkt nicht hat, ist das eine Irreführung nach dem UWG, und die wiegt schwerer als die fehlende Kennzeichnung.

Wenn Sie beides betreiben

Viele Händler haben denselben Katalog im eigenen Shop und bei Amazon. Zwei Dinge sind dann wichtig.

  • Halten Sie die Einordnung an einer Stelle. Welches Bild als KI-erzeugt gilt, sollte nicht davon abhängen, welchen Kanal Sie gerade bearbeiten.
  • Ein Bild in einen weiteren Kanal zu übernehmen, ist eine neue Bereitstellung. Das ist auch der Grund, warum die Altbestandsfrage hier nicht hilft: Wer ein altes Bild jetzt bei Amazon einstellt, stellt es jetzt bereit.

Amazons Regeln ändern sich außerdem schneller als Gesetze. Prüfen Sie vor größeren Aktionen die aktuellen Bildrichtlinien in Seller Central, statt sich auf eine Zusammenfassung zu verlassen, auch nicht auf diese.

Dieser Beitrag ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Darf ich den KI-Hinweis ins Amazon-Hauptbild schreiben?

Nein. Amazons Bildrichtlinien verbieten Text, Grafiken und Wasserzeichen im Hauptbild. Ein Verstoß kann zur Unterdrückung des Angebots führen.

Wo gehört der Hinweis bei Amazon dann hin?

Am zuverlässigsten in einen Aufzählungspunkt. Der steht ohne Klick über dem Falz und verletzt keine Bildrichtlinie. Zusatzbilder gehen ergänzend, weil dort Text zulässig ist.

Sind KI-generierte Produktbilder bei Amazon erlaubt?

Das Hauptbild muss das tatsächlich gelieferte Produkt zeigen. Ein vollständig erzeugtes Produktbild, das davon abweicht, ist schon aus Plattformsicht problematisch, unabhängig von der KI-Verordnung.

Gilt die Altbestandsregel auch für Amazon-Listings?

Wer ein Bild jetzt in einen weiteren Kanal übernimmt, stellt es jetzt bereit. Damit hilft die Überlegung zum Altbestand in diesem Fall nicht weiter.